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                                    FR%u00c4SEN BOHREN DREHEN STECHEN INDUSTRIENTECHNOLOGIEEdelstahl %u2013 hart im Nehmen, knifflig in der ZerspanungEdelstahl ist ein technischer Werkstoff mit hohem Stellenwert. Weil sie korrosionsbest%u00e4ndig sind, finden sich Produkte aus diesem Material praktisch %u00fcberall: In Turbomaschinen und der Luft- und Raumfahrttechnik ebenso wie in der %u00d6l- und Gasindustrie, der Medizintechnik, der Lebensmittelindustrie oder in Kochgeschirr. Aufgrund ihrer unterschiedlichen Eigenschaften ist die Zerspanung von Edelst%u00e4hlen aber nicht ganz trivial. Rostfreier Stahl ist nicht gleich rostfreier Stahl: Je nach Legierung und Gef%u00fcge l%u00e4sst sich das Material in verschiedene Gruppen einteilen.Diese Klassifizierung bestimmt, wie gut sich der Werkst%u00fcckstoff zerspanen l%u00e4sst und welches Werkzeug daf%u00fcr geeignet ist. Entscheidend f%u00fcr die Bearbeitung sind vor allem die Zusammensetzung der Legierung und die Gef%u00fcgestruktur.Herausforderungen bei der ZerspanungDie h%u00f6chste H%u00fcrde stellt die ISO-S-Gruppe dar.Sie umfasst hoch hitzebest%u00e4ndige Superlegierungen sowie Titan und Titanlegierungen, aber auch spezielle Eisenbasis-Legierungen.Diese Werkstoffe sind zwar besonders widerstandsf%u00e4hig gegen Hitze und Korrosion, erfordern jedoch maximale Pr%u00e4zision bei der Werkzeugauswahl und der Zerspanung. Ferritische und martensitische rostfreie St%u00e4hle lassen sich %u00e4hnlich gut bearbeiten wie hochlegierte St%u00e4hle, weshalb sie nach ISO 513 in die Gruppe ISO-P eingeordnet werden. Anspruchsvoller sind hingegen austenitische, duplexe und PH-St%u00e4hle, die zur ISO-M-Gruppe z%u00e4hlen.Die besonderen physikalischen und chemischen Eigenschaften austenitischer Edelst%u00e4hle stellen hohe Anforderungen an Werkzeuge und Prozesse. Vor allem die hohe Festigkeit und die Z%u00e4higkeit erschweren die Bearbeitung. Edelstahl besitzt eine enorme Zugfestigkeit, die beim Schneiden gro%u00dfe Kr%u00e4fte erfordert. Das belastet die Schneide stark und f%u00fchrt zu erh%u00f6htem Werkzeugverschlei%u00df.Hinzu kommt die geringe W%u00e4rmeleitf%u00e4higkeit.Die bei der Bearbeitung entstehende Hitze wird kaum abgeleitet, sondern konzentriert sich in Werkzeug und Werkst%u00fcck. Dadurch steigen die Temperaturen an der Schneide, was die Standzeit zus%u00e4tzlich reduziert. Parallel dazu zeigt Edelstahl eine ausgepr%u00e4gte Neigung zur Kaltverfestigung: Unter der mechanischen Belastung verh%u00e4rtet sich das Material w%u00e4hrend des Bearbeitungsprozesses weiter, was den Schnitt erschwert und die Abnutzung des Werkzeugs beschleunigt. Eine weitere Herausforderung ist die Bildung von Aufbauschneiden. Sie entstehen, wenn sich Materialpartikel an der Schneide anlagern. Das beeintr%u00e4chtigt nicht nur die Oberfl%u00e4chenqualit%u00e4t des Werkst%u00fccks, sondern erh%u00f6ht auch den Verschlei%u00df des Werkzeugs. Verst%u00e4rkt wird diese Herausforderung durch die legierten Elemente wie Chrom und Nickel, die zwar f%u00fcr die F%u00fcr die Edelstahlbearbeitung empfehlen sich Schneiden aus den Schneidstoffen IC908, IC608, IC882, IC1010 und IC1030.Dank 3D-Druckverfahren kann ISCAR bei seinen Werkzeugendie inneren K%u00fchlmittelkan%u00e4le str%u00f6mungsoptimieren und K%u00fchlmitteldruck, -menge und -effektivit%u00e4t weiter steigern.Plan- und Eckfr%u00e4ser mit str%u00f6mungsoptimierter, zielgerichteter K%u00fchlung gibt es in den HELI2000-, HELIALU-, HELI3MILL-,HELIQUAD-, HELIDO-, HELITANG- und XQUAD-Serien.60
                                
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